19Sep2011

DVS Versicherungs-Symposion 2011 - Tagungsbericht

Der DVS Deutscher Versicherungs-Schutzverband e.V. schreibt in diesem Jahr eine langjährige Erfolgsgeschichte fort: zu seinem jährlichen Branchentreff fanden sich dieses mal rund 600 Teilnehmer vom 6. bis 8. September in München ein. Damit hat sich die Zahl der Besucher seit der ersten DVS-Veranstaltung in Kongressform im Jahre 2006 verdoppelt und gegenüber der Vorjahresveranstaltung mit rund 10 Prozent Zuwachs im Anteil der Teilnehmer der versicherungsnehmenden Wirtschaft eine besonders erfreuliche Entwicklung genommen.

Versicherungsmanager aus Industrie-, Handel- und Dienstleistungsunternehmen konnten sich bereits zum Auftakt am traditionell bayerischen Eröffnungsabend in entspannter Atmosphäre sowohl untereinander als auch mit Vertretern der Versicherungswirtschaft und führenden Maklerhäusern austauschen. Auf der erweiterten und gut besuchten Ausstellungsfläche präsentierte sich das „who is who“ des Industrieversicherungsmarktes, das im Rahmenprogramm des DVS-Symposions allen Interessierten Informationen aus erster Hand des jeweiligen Unternehmens bot.

Die Einzigartigkeit des DVS-Symposions in Attraktivität und Bedeutung hob auch der neue Vorsitzende des DVS, Klaus Greimel, in seiner Eröffnungsrede am Morgen des 7. Septembers hervor. Sein Dank galt den DVS-Vorständen sowie den Mitgliedern des Verbandsausschusses für ihre tatkräftige Unterstützung während der Vorbereitungszeit, den Partnern BDI, bfv und der Financial Times Deutschland sowie den zahlreichen Sponsoren.

Nachdenklich stimmte den Vorstandsvorsitzenden des DVS, dass sich die Versicherungswirtschaft, was die Risiken der Industrie angehe, nicht mehr auf der Höhe der Zeit befinde. Er forderte die Versicherungswirtschaft zu mehr Innovation auf, z.B. Versicherungsschutz für eine Betriebsunterbrechung ohne vorangehenden Sachschaden anzubieten. Ihm drängte sich die Frage auf, „ob der Versicherungsschutz noch den Risiko-Realitäten entspricht, denen die Wirtschaft heute ausgesetzt ist“.

Dies verband Greimel mit der Bedeutung, die dem Risikomanager im Unternehmen künftig zugemessen werde. Dessen Wohl oder Wehe in den Unternehmen werde die Versicherungswirtschaft gleichermaßen treffen; schon aus eigenem Interesse müssten die Versicherer erkennen, dass mit einem Mangel an Angeboten für einen risikoadäquaten Versicherungsschutz ihre Bedeutung für die Industrieunternehmen abnehme, wenn zunehmend eigenkapitalunterlegte Risiken in den Bilanzen der Unternehmen verblieben. Die Grenzen der Versicherbarkeit seien daher neu auszuloten. Gleichsam beklagte Greimel einen mangelnden Bedingungswettbewerb.

Schließlich appellierte er an die Kollegen in den Industrieunternehmen, sich die Abhängigkeit zwischen dem Grad der Offenlegung von Unternehmensdaten und den Angeboten zur Übernahme der Unternehmensrisiken stets vor Augen zu führen. Die Versicherungswirtschaft rief er auf, abgefragte Risikoinformationen nachvollziehbar in die Angebotskonditionen einfließen zu lassen.

Im Eröffnungsvortrag untersuchte Agostini Galvagni, Swiss Re, den Beitrag, den die Versicherungswirtschaft zur Risikobewältigung leisten könne. Unter den Aspekten: Naturkatastrophen, Finanzmärkte und gesetzliche Auflagen stellte er dabei das Änderungsrisiko heraus.

Der Klimawandel habe Katastrophenschäden zur Folge, die sowohl in der Schadenhäufigkeit als auch in der Höhe des Einzelschadens dramatisch zunähmen. Die Globalisierung der Beschaffungsketten führe nicht nur zu einer erheblichen geographischen Risikoausdehnung sondern auch zur Einbeziehung politischer Risiken im Ausland. Das Ansteigen der Risiken aus strengeren Anforderungen an die Corporate Gouvernance zeige sich im Wesentlichen in häufigeren Sammelklagen und in gesetzlichen Auflagen durch Beschränkungen und Konsumentenschutz sowie steigenden D&O-Verteidigungskosten. Zudem führe die deutlich höhere Lebenserwartung zu wachsenden Pensionsverpflichtungen.

Aus den genannten Gründen und wegen mangelnden Spielraumes für Reserveauflösungen, fallender Anlagerenditen und einer zu erwartenden Eigenkapitalreduktion erwarte die Swiss Re eine Marktverhärtung.

Der Vortrag von Dr. Hermann Jörissen, Allianz Global Corporate & Specialty, AGCS, befasste sich näher mit den Auswirkungen der Globalisierung auf die industrielle Haftpflichtversicherung. Seinem Vorredner gegenüber nahm er insoweit eine Gegenposition ein, als seiner Auffassung nach D&O-Fälle in Deutschland mit denen in den USA keine gemeinsame Basis für einen objektiven Vergleich bieten.

Jörissen erläuterte, dass die Globalisierung den Unternehmen nicht nur höhere Chancen biete und dementsprechend höhere Risiken generiere, sondern Haftungsrisiken selbst bei stagnierenden Umsätzen stiegen. Hierdurch sei ein ständiger Risikodialog zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer unverzichtbar. Die Auswahl des richtigen Haftpflichtversicherers sei nicht zuletzt unter den Gesichtspunkten eines funktionierenden Netzwerkes und eines unzweifelhaften Ratings zu führen. In der Anmerkung aus dem Auditorium, dass durch sich angleichende Produkte die Haftung der Versicherer doch eher ab- als zunähme, sah Jörissen eine allenfalls sich langfristig abzeichnende Tendenz, insbesondere im Zuliefererbereich.

Die sich daran anschließende Podiumsdiskussion, moderiert von Jurand Honisch, Bertelsmann AG, unter Beteiligung von Dr. Jürgen Kurth, AXA Corporate Solutions, Prof. Stefan Materne, Fachhochschule Köln, Reiner Siebert, Deutsche Lufthansa AG und Dr. Stefan Sigulla, HDI-Gerling, ging zunächst der Frage nach, ob die Zeit der Vorwürfe vorbei sei und Versicherungsnehmer wie Versicherer nunmehr einen Kuschelkurs führten. Dem vermochte keiner der Diskussionsteilnehmer vorbehaltlos zuzustimmen. Die Vertreter der Versicherungswirtschaft wollen sogar eher die Tendenz einer zunehmenden Hartnäckigkeit der Versicherungsnehmer bei der Verfolgung ihrer Rechte erkennen. So sieht sich Dr. Sigulla einer „verrechtlichen Welt“ mit dem Schwerpunkt widerstreitender Gutachten gegenüber, in der die Vertragsparteien neue Hürden nehmen müssten. Dabei solle der Versicherer nur besser und umfangreicher informiert werden – dementsprechend könne der Versicherungsnehmer ein auf seine Risikosituation besser zugeschnittenes Zeichnungsverhalten erwarten. Dem hielt Jürgen Siebert einen überbordenden Aufwand zur Beschaffung der Risikoinformationen entgegen, zudem enthielten Fragenkataloge eine Reihe von Aspekten, die mit der Risikoabsicherung in keinem nachvollziehbaren Zusammenhang stünden. Im Ergebnis würden nur unzureichende Deckungen angeboten, die den administrativen Aufwand zur Informationsbeschaffung nicht rechtfertigten.

Auf die Frage, wie es die Vertragsparteien derzeit mit dem kontinuierlichen Dialog hielten, führte Prof. Materne aus, dass das Wagenburg-Denken aufgegeben werden müsse; seiner Auffassung nach fehle es deutlich am gegenseitigen Austausch über das zu versichernde Basisrisiko. Dr. Sigulla bedauerte, das sich die Gesprächsinhalte mehr um Versicherungsprodukte selbst als weniger um das Maß der Versicherbarkeit des individuellen Risiko drehten. Er denke an einen anzustrebenden Informationsstandard, den er als Versicherer entsprechend honorierte. Dr. Kurth beklagte in diesem Zusammenhang die beobachtete Vorrangigkeit des Preises in Gesprächen mit den Versicherungsnehmern, die den Austausch über Deckungskonzepte in den Hintergrund treten ließen.

Zur Preisfindung für die Deckung hielt Prof. Materne den Versicherern vor, die Bedarfsprämie zwar statistisch zu ermitteln, davon in Anbetracht des Schadenverlaufs aber regelmäßig entweder nach oben bzw. nach unten hin abzuweichen. Dem entgegnete Dr. Kurth, dass sich die Versicherer mehr am Marktgeschehen als weniger an der wissenschaftlichen Ermittlung einer risikogerechten Prämie orientierten.

Nach der Mittagspause hatten die Teilnehmer die Qual der Wahl unter einem breitgefächerten Foren-Angebot, aufbereitet und angeleitet von ausgewiesenen Experten, mit Diskussionen zu folgenden Themen:

  • Solvency II – Update, Moderation: Günter Dröse, DEUKONA / Deutsche Bank Gruppe;
  • Mitarbeiterentsendung in Krisengebiete, Moderation: Jürgen Prinzen, TÜV Rheinland AG;
  • Versicherungsmanagement im Projektgeschäft, Moderation: Hans-Jürgen Allerdissen, Deutsche Bahn AG;
  • Mitversicherung / Organisation von Deckungsstrecken / Aufbau strukturierter Versicherungsprogramme, Moderation: Dr. Peter Klatt, BMW Group;
  • Vertrauensschadenversicherung und D&O-Versicherung, Moderation: Christian Böhm, SCHOTT AG;
  • Versicherungsmanagement in M&A-Prozessen, Moderation: Elmar Bartelt, E.ON AG;
  • Versicherungsmarkt Brasilien, Moderation: Klaus Braukmann, Continental AG;
  • Vom Versicherungsmanagement zum Risikomanagement, Moderation: Sabine Prechtl, Hugo Boss AG.

Zu Beginn des zweiten Veranstaltungstages konnten die Teilnehmer einen charismatischen Joe Plumeri, Chairman and CEO der Willis Group Holdings plc., New York, erleben. Im Rahmen der diesjährigen Keynote Speech stellte er humorvoll wie gleichermaßen überzeugend seine persönlichen Top-Ten des sich ändernden Wesens der Gefahren und der damit verbundenen Risiken vor.

Während er die Risiken um die Reputation des Unternehmens, Wertschöpfungsketten, Computersicherheit und die Abhängigkeiten einer globalen Wirtschaft in den unteren Rängen ansiedelt, bergen seiner Auffassung nach Pandemien, der Terrorismus und – an erster Stelle – der Klimawandel eine neue herausragende Risikoqualität. Dem ließe sich nur mit einem veränderten Blick auf die Versicherung begegnen. Anders als bisher müsse die Versicherung nicht mehr nur als ein notwendiges Übel betrachtet werden. Auch führe die bloße Verhandlung über die Versicherung eines Risikos „X“ nach Maßgabe der Bedingungen „Y“ zu einer Prämie „Z“ nicht weiter. Zur Begegnung einer sich verändernden Risikosituation sei vielmehr der holistische Ansatz, eine ganzheitliche Betrachtung, erforderlich.

Eine besondere Herausforderung werden Plumeris Auffassung nach die Infrastrukturmaßnahmen für eine in den nächsten vierzig Jahren stark wachsende Weltbevölkerung darstellen. Schon 2025 werde unser Planet etwa neun Mrd. Menschen beherbergen, von denen rund zwei Drittel Städter sein werden. 2050 werde die Zahl auf mehr als zehn Mrd. Menschen angewachsen sein. Die Versicherungswirtschaft könne und werde dazu beitragen, sich den daraus erwachsenden Risiken zu stellen.

Zu einem Blick in die Beobachtungen und Analysen der future matters AG lud der anschließende Vortrag von Lars Thomsen ein. Er stellte mit seinem Beitrag: „520 Wochen Zukunft“ Entwicklungen, Trends und Szenarien der kommenden zehn Jahre vor. Die für die meisten Teilnehmer eher unbekannte Betrachtung wissenschaftlicher Zukunftsforschung, zunächst mit einem Rückblick auf die vergangene Dekade, fand hohen Anklang bei der Zuhörerschaft. Als Megatrend der letzten zehn Jahre bezeichnete Thomsen die Digitalisierung und Vernetzung. Die neue Ära (2011–2021) werde seiner Einschätzung nach vor allem von einer höheren Taktrate an Innovationen in einem globalen Markt beherrscht werden.

Die lineare Trendforschung berge einen möglichen Fehler, nämlich die Systemwende, die sog. „Tipping Points“. Dabei handelt es sich um Ereignisse oder Momente, an denen die tatsächliche Entwicklung eine andere Richtung als die lineare Fortschreibung nimmt, abgebremst oder beschleunigt wird. Somit können geringe Veränderungen zu erheblichen Auswirkungen führen. Für die nächste Dekade sagte Thomson „das Ende der Dummheit“ von IT-Systemen voraus, künstliche Intelligenz werde zur Selbstverständlichkeit, Computer werden verstehen können und dies mit einer ca. 1000-fachen Rechenleistung dessen, was modernen PCs derzeit leisten. Schon für 2017/2018 prognostiziert er die Serienreife autonomer Kraftfahrzeuge, elektrisch betrieben, weil bis dahin Elektrofahrzeuge billiger sein werden als Verbrenner fossilen Rohstoffs. Die Wasserstoff-/Brennstoffzelle werde allerdings bis etwa 2030 auf ihre Serienfertigung warten lassen.

Dr. Hanns Martin Schindewolf, Daimler AG und Reiner Gleiss, Mitsui Sumitomo Deutschland, berichteten in einem lebendigen Dialog über die Folgen des Tsunamis, der Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan. Von einem Gesamtschadensumme in Höhe von 200 Mrd. EUR ausgehend (dies entspricht 3,0 Prozent bis 5,0 Prozent des japanischen Bruttoinlandsproduktes) wird der davon versicherte Schaden auf etwa 25,2 Mrd. EUR geschätzt. Daran nimmt die Industrieversicherung einen Anteil lediglich i.H.v. 20 Prozent ein.

Das Atomhaftungsgesetz in Japan verpflichtet AKW-Betreiber, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Am Atompool sind 23 Versicherungsgesellschaften beteiligt, eine Sachversicherung für eigene Sachwerte ist nicht vorgeschrieben. Der Betreiber des AKWs Fukushima, die Fa. Tepco, hat sich auf den Abschluss der gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung beschränkt. Die größeren Rückversicherungsgesellschaften hätten unmittelbar nach dem Erdbeben ihre Kapazitäten für die Rückdeckung von Erdbebenrisiken dem Markt entzogen und entsprechend keine Erdbebenrisiken mehr in Japan gezeichnet. Derzeit sei aber auf dem Markt wieder genügend Kapazität vorhanden. Auch die im Frühjahr hohen Prämiensteigerungen für Haftungsrisiken aus Naturkatastrophen hätten sich auf ein vertretbares und am Markt vergleichbares Maß abgekühlt.

Schäden durch Erdbeben- und Tsunami sind in Japan vom Regeldeckungsumfang der dort am Markt tätigen Hausrat- und Wohngebäudeversicherer ausgeschlossen. Ähnlich der von der Versicherungswirtschaft in Deutschland angebotenen erweiterten Elementarschadenversicherung bietet die japanische Feuer- und Erdbebenversicherung (unter Einschluß von Schäden durch einen Tsunami) die Versicherung in einer Paketlösung an; darin ist das Wohngebäude mit einer Haftungsgrenze von 450.000 EUR und das Inventar mit max. 90.000 EUR versichert.

Die letzte Veranstaltung des diesjährigen DVS-Symposions bildete die schon traditionelle Podiumsdiskussion, moderiert von Herbert Fromme, Financial Times Deutschland, mit den Teilnehmern (in alphabetischer Reihenfolge) Klaus Greimel, DVS/ E.ON, Achim Hillgraf, FM Global, Sabine Krummenerl, Provinzial Rheinland, August Pröbstl, Munich Re, Klaus Przybyla, AGCS und Hans Jörg Schill, Fraport/bfv.

Das Thema: „Wundertüte Industrieversicherung – was ist wirklich drin?“ eröffnete Fromme mit der Frage, inwieweit die Industrieversicherung von der Finanz- bzw. Eurokrise betroffen sei. Sowohl die Vertreter der versicherungsnehmenden Wirtschaft als auch die der Versicherungswirtschaft waren sich darin einig, dass die Finanzkrise lediglich eine untergeordnete Rolle spiele. Przybyla betonte, dass sich die AGCS frühzeitig von Staatsanleihen getrennt habe und das auch die deutschen Unternehmen deutlich besser dastünden, als dies die Aktienkurse repräsentierten. Krummenerl ergänzte, dass die Versicherungstechnik in ihrem Hause anlässlich der Finanzkrise an Bedeutung gewonnen habe.

Die Auffassungen über die zutreffende Antwort auf die Frage nach der risikoadäquaten Deckung nahmen hingegen entgegengesetzte Wege. Pröbstl provozierte mit der Behauptung, die Versicherungseinkäufer fragten zwar nach Angeboten zu Betriebsunterbrechungspolicen, die Versicherungsschutz ohne einen vorausgegangenen Sachschaden bieten. Dies geschehe aber weniger, um eine solche Versicherung tatsächlich abschließen zu wollen, als vielmehr, sich gegenüber ihren Finanzchefs zu entlasten. Dem entgegnete Greimel, dass ein Interesse an dieser Deckung bestünde, der Versicherungswirtschaft indes es bisher nicht gelungen sei, marktfähige Angebote zu unterbreiten. Dies läge u.a. wohl auch an der Haltung einiger Versicherer, ihre Entwicklungskosten offenbar allein auf die Erstinteressenten abwälzen zu wollen.

Hierzu ergänzte Schill, dass zudem die angebotenen Deckungssummen für Vermögensschäden – der Markt spräche von 50 Mio. USD – viel zu gering seien. Auf die Frage von Schill, ob die AGCS denn Konzepte vorrätig hielte, bejahte dies Przybyla, es seien aber noch keine konkreten Angebote abgegeben worden. Die überwiegend mittelständischen Kunden der Provinzial hätten bislang eine unabhängig vom Sachschaden leistende Betriebsunterbrechungspolice nicht nachgefragt, erklärte Krummenerl. Ein Vertreter der Zurich aus dem Auditorium merkte an, dass die sog. Aschewolke-Police seines Hauses, mit Merkmalen einer BU-Versicherung ohne das Erfordernis eines vorausgegangenen Sachschadens, bereits seit achtzehn Monaten auf dem Weltmarkt, in Deutschland seit wenigen Monaten, angeboten werde und weltweit rund 100 Akquisitionsgespräche geführt worden seien. Zu einem Abschluß dieser Police in Deutschland sei es noch nicht gekommen.

Schill bestätigte Frommes daran anschließende Ausführungen über seine Beobachtungen einer zunehmend restriktiven Schadenregulierung: Schäden oberhalb der 100 Mio. EUR-Schwelle würden an die Gerichte ausgelagert. Dem stimmten auch Hillgraf und Przybyla zu. Greimel ergänzte, dass ein Versicherungsvertrag zwangsläufig Grauzonen enthalte, mit denen der Geist des Vertragswillens naturgemäß nicht immer identisch abgebildet werden könne; es entstehe der Eindruck, dass dies seitens der Versicherungswirtschaft zunehmend zu Lasten der Versicherungsnehmer verwertet werde.

Frommes Fragen nach der Einschätzung, wie sich die Preise und Marktkapazitäten 2012 entwickeln werden, beantwortete das Panel mit der jeweils deutlich mehrheitlichen Prognose stabiler Prämien und voraussichtlich ausreichender Kapazitäten im kommenden Jahr.

Der DVS-Vorsitzende, Klaus Greimel, dankte in seinem Schlusswort allen Teilnehmern und Ausstellern für ihr Erscheinen und Mitwirken an der Veranstaltung. Sein besonderer Dank galt den Sponsoren des DVS-Symposions für ihre hilfreiche Unterstützung. Anschließend sprach er seine Einladung für das DVS-Symposion im nächsten Jahr aus. Es wird wieder in München stattfinden, vom 4. bis 6. September 2012.